Keyword-Recherche beginnt nicht damit, ein Tool zu öffnen und Suchvolumen zu exportieren. Das klingt nach dem naheliegenden ersten Schritt — ist es aber nicht. Wer so anfängt, forscht an einem Markt, ohne zuerst zu verstehen, was das Unternehmen wirklich anbietet und für wen. Die Liste am Ende ist dann vollständig — und trotzdem falsch.

„Nach über 15 Jahren Praxis und nachweislich mehr als 500.000 € verwaltetem Google-Ads-Budget weiß ich, wo sich zeigt, was ein Keyword wirklich wert ist: nicht im Suchvolumen, sondern im Klickpreis. Wer für einen Begriff in Google Ads bietet, setzt echtes Geld auf die Frage, ob dieser Begriff zu Anfragen führt. Das ist ein Marktsignal — und es ist eines der zuverlässigsten Signale, die ich für Keyword-Entscheidungen kenne.” — Caglar Imrek, IMREK Systems

Was Keyword-Recherche wirklich bedeutet

Keyword-Recherche hat ein klares Ziel: herausfinden, welche Suchanfragen potenzielle Kunden wirklich stellen — und dann entscheiden, welche davon für das Unternehmen wirtschaftlich relevant sind. Nicht alle Suchanfragen mit Suchvolumen sind es.

Das Ergebnis einer guten Keyword-Recherche ist keine Tabelle mit hundert Begriffen. Es ist ein konkreter Plan: Welche Seite brauchen wir? Für welche Suchanfrage? Mit welchem Ziel? Und wie führt diese Seite am Ende zur Anfrage?

Mein Prozess auf einen Blick

SchrittWas passiert
1Angebot klären: Welche Leistungen, für wen, in welcher Region?
2Suchanfragen nach Intent trennen: Info / kommerziell / transaktional
3Wie suchen Kunden wirklich? Autocomplete, Wettbewerber, Kundenfragen
4Google Ads + Keyword Planner: CPC als Marktsignal für wirtschaftlichen Wert
5Suchergebnisse direkt prüfen: Welche Art von Seite zeigt Google?
6Seitenstruktur ableiten: Je Leistung + Suchbegriff eine Seite

Schritt 1: Das Angebot, nicht das Tool

Bevor ich auch nur ein Keyword eingebe, kläre ich drei Fragen: Welche Leistungen bringen diesem Unternehmen wirklich Umsatz? Welche sollen aktiv verkauft werden? In welcher Region?

Aus diesen Antworten ergibt sich der Kern der Recherche. Alles, was außerhalb dieser Leistungen und Regionen liegt, ist für die erste Priorisierung irrelevant — auch wenn es Suchvolumen hat.

Viele Unternehmen denken in ihrer eigenen Fachsprache. Ein Handwerker nennt eine Leistung intern „Heizungsregeneration”, während der Kunde nach „Heizung entlüften lassen Bremen” sucht. Die Recherche beginnt deshalb mit echten Kundenbegriffen — nicht mit Fachterminologie.

Schritt 2: Suchintention trennen

Nicht alle Suchanfragen wollen dasselbe. Diese Unterscheidung bestimmt, welche Art von Seite am Ende gebaut werden muss:

Informationelle Suchanfragen — der Nutzer will verstehen. „Was kostet eine Heizungssanierung?” oder „Wie lange dauert ein Badsanierung?” Hier baue ich Ratgeber-Inhalte, FAQ-Bereiche oder erklärende Abschnitte auf Leistungsseiten.

Kommerzielle Suchanfragen — der Nutzer vergleicht und bereitet sich vor. „Heizungsbauer Bremen Vergleich” oder „SEO Beratung Bremen Erfahrungen”. Hier braucht man starke Leistungsseiten mit Argumenten, Referenzen und klarer Positionierung.

Transaktionale Suchanfragen — der Nutzer ist bereit anzufragen oder zu kaufen. „Dachdecker Bremen Notdienst” oder „Webseite erstellen lassen Bremen”. Hier zählt eine klare Seite mit Kontaktmöglichkeit, die sofort das Richtige sagt.

Die Trennung bestimmt alles: den Inhalt, die Struktur und die Handlungsaufforderung. Wer transaktionale Keywords mit informationellem Inhalt bedient, verliert den Besucher genau in dem Moment, in dem er eigentlich anfragen wollte.

Schritt 3: Google Ads und der Keyword Planner als Marktsignal

Das ist der Punkt, der meine Keyword-Recherche von rein werkzeugbasierten Ansätzen unterscheidet.

Seit 2011 verwalte ich nachweislich mehr als 500.000 € Google-Ads-Budget. In dieser Zeit habe ich gelernt, was Klickpreise wirklich bedeuten: Wenn Unternehmen für einen Suchbegriff in Google Ads bieten, setzen sie echtes Geld auf die Erwartung, dass dieser Begriff zu Anfragen oder Verkäufen führt. Das ist kein theoretisches Signal — es ist ein Markt.

Der Google Keyword Planner zeigt mir, was reine SEO-Tools oft nicht zeigen: Welche Begriffe werden wirklich als wirtschaftlich werthaltig eingestuft? Wo ist der Wettbewerb unter Anzeigenkunden hoch — also wo steckt echte Kaufabsicht? Welche Begriffe haben zwar wenig Suchvolumen, aber einen hohen CPC — also eine sehr klare, spezifische Anfrageabsicht?

Das bedeutet nicht, dass jeder Begriff mit hohem CPC automatisch eine gute SEO-Entscheidung ist. Aber es zeigt: Hier bezahlen Unternehmen Geld, weil sie wissen, dass Anfragen dahinterstecken. Das ist ein Ausgangspunkt, den ich für organische Entscheidungen direkt nutze.

Was andere SEO-Tools weniger abbilden: den Abgleich mit dem echten Anzeigenmarkt. Suchvolumen und Keyword-Schwierigkeitswerte kommen aus demselben Tool-Universum. Der Keyword Planner öffnet ein anderes Fenster — das Fenster zum wirtschaftlichen Wert.

Schematischer Überblick des Keyword-Recherche-Prozesses: von der Leistungsanalyse über Suchintention und Google Ads bis zur fertigen Seitenstruktur

Schritt 4: Die Suchergebnisse selbst anschauen

Kein Tool ersetzt den direkten Blick in die Suchergebnisse. Ich schaue bei jedem relevanten Begriff: Was zeigt Google ganz oben? Große überregionale Portale? Lokale Anbieter? Ratgeber-Seiten? Online-Shops?

Daraus erkenne ich, was Google für diesen Begriff erwartet. Wenn alle Treffer für „Heizungsinstallateur Bremen” lokale Unternehmenswebseiten sind, brauche ich eine lokal ausgerichtete Leistungsseite — keinen redaktionellen Ratgeberartikel. Wenn alle Treffer für „Was kostet ein neues Dach?” informationelle Artikel sind, brauche ich genau das.

Keyword-Schwierigkeitswerte aus SEO-Tools sind eine Orientierung — aber kein Urteil. Ein lokaler Handwerker kann für einen Begriff mit hohem globalem Schwierigkeitswert sehr gut ranken, wenn Google für diese Suche lokale Anbieter bevorzugt und der Wettbewerb vor Ort schwach ist.

Die häufigsten Fehler bei der Keyword-Wahl

Fehler 1 — In der eigenen Fachsprache denken. Unternehmen kennen ihre Leistungen unter internen Begriffen. Kunden suchen anders. Die Recherche muss von der Kundenperspektive ausgehen, nicht von der Unternehmenssprache.

Fehler 2 — Suchvolumen als alleinigen Maßstab. Ein Keyword mit niedrigem Volumen, aber klarer Anfrageabsicht kann wertvoller sein als ein Begriff mit viel Volumen und unklarer Absicht. Wer nur auf große Zahlen schaut, übersieht die wirtschaftlich interessantesten Begriffe.

Fehler 3 — Alle Keywords auf eine Seite. Die Startseite soll plötzlich für alles ranken. Google versucht, für jede Suchanfrage die passendste einzelne Seite zu zeigen. Wenn alle Keywords auf einer Seite zusammenstehen, hat keine davon ein klares Profil. Was das konkret kostet, habe ich in den 7 SEO-Fehlern im Mittelstand ausführlich beschrieben.

Was überbewertet wird

Der Keyword-Schwierigkeitswert aus SEO-Tools ist eine Richtungshilfe — kein Urteil. Er sagt mir, wie stark der überregionale Wettbewerb eingeschätzt wird. Für einen Handwerker in einer Mittelstadt ist der überregionale Score oft irrelevant.

Überbewertet ist auch die Suche nach dem einen perfekten Keyword. Gute Keyword-Recherche ergibt kein einzelnes Zauberwort, sondern eine durchdachte Struktur: welche Leistung auf welcher Seite für welche Suchanfrage steht. Wie diese Seitenstruktur dann OnPage optimal umgesetzt wird, zeigt die OnPage-SEO-Checkliste.

Das Ergebnis: Seitenstruktur, nicht Tabelle

Eine Keyword-Recherche ist dann gut, wenn sie in eine klare Entscheidung mündet: Welche Seiten brauchen wir? Jede Leistung, mit der Umsatz gemacht wird und für die Menschen aktiv suchen, bekommt eine eigene, starke Seite — mit dem passenden Keyword in Titel, Überschrift und Inhalt, mit lokalem Bezug, mit einer klaren Handlungsaufforderung.

Das Ergebnis ist kein 200-Zeilen-Export aus einem SEO-Tool. Es ist ein konkreter Seitenplan. Aus diesem Plan folgt fast alles andere: Inhalte, Titel, Verlinkung, lokale Signale.

Aus der Praxis

Ein Muster, das ich regelmäßig sehe: Der Inhaber hat selbst nach Keywords gesucht — ist dabei aber von seinen eigenen Fachbegriffen ausgegangen, nicht von den echten Suchbegriffen seiner Kunden.

Was ich dann tue: erst das Angebot klären — welche Leistungen sollen aktiv verkauft werden, für wen, in welcher Region? Dann die Themen sauber trennen: Hauptleistung, Unterleistungen, typische Kundenfragen, regionale Varianten. Wenn eine Search Console eingerichtet ist, schaue ich dort: Welche Begriffe bringen schon Traffic? Wo fehlen passende Seiten? Parallel prüfe ich im Google Keyword Planner, welche Begriffe nicht nur gesucht werden, sondern auch wirtschaftlichen Wert haben — also wo Anzeigenkunden aktiv bieten, weil dahinter echte Anfragen stecken.

Ergebnis ist kein Tabellen-Export, sondern eine klare Entscheidung: Welche Leistung bekommt welche Seite — ausgerichtet auf welche Suchanfrage.

Wie lange es dauert, bis diese Strukturarbeit messbar Wirkung zeigt, erkläre ich in Wie lange dauert SEO? — die Antwort hängt stark von der Ausgangslage ab.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie wissen möchten, welche Suchbegriffe für Ihre Leistungen wirklich relevant sind und welche Seiten Ihrer Webseite fehlen, schaue ich mir das konkret an.

In einer kostenlosen Analyse prüfe ich Ihre aktuelle Sichtbarkeit und zeige Ihnen, wo die größten Lücken liegen — Antwort innerhalb von 24 Stunden. Einen Überblick über die Umsetzung gibt die Seite der Leistungen.